KI-erzeugtes Motiv Ein Stichtag, den das Bundesrecht überholt hat
Als der Stadtrat den Wärmeplan am 04.06.2025 beschloss, nannte die Stadt ein Datum: Ab dem 01.07.2026 sollte das Gebäudeenergiegesetz in Verbindung mit dem Plan greifen. Vier Wochen später hat der Bundesgesetzgeber genau diese Verbindung gestrichen. Wer in Nürnberg saniert, sollte wissen, was davon übrig ist.
- Einwohner (Stand 31.03.2026)
- 531.480
- Wohngebäude (Stand 31.12.2024)
- 72.861
- Wärmeplan im Stadtrat beschlossen
- 04.06.2025
- Anteil der Fernwärme an der Heizwärme heute
- rund 25 %
Sechs Stadterneuerungsgebiete und ein steuerlicher Hebel
Die aktiven Gebiete
Nürnberg führt sechs Stadterneuerungsgebiete: Weststadt, Nördliche Altstadt, Altstadt-Süd, Gibitzenhof mit Steinbühl-West und Rabus, St. Leonhard mit Schweinau sowie Langwasser. Als abgeschlossen gelten Galgenhof/Steinbühl, Gleißhammer/St. Peter/Tullnau, Kraftshof und Nordostbahnhof. Bund und Freistaat bezuschussen die öffentlichen Investitionen in diesen Gebieten über die Städtebauförderung.
Für private Eigentümer: Abschreibung statt Scheck
Die Stadt nennt für Private selbst zwei Anreize: kommunale Programme zur Hof- und Fassadenbegrünung sowie steuerliche Sonderabschreibungen. Das verschiebt die Rechnung. Dieselbe Dachdämmung kann sich in einem förmlich festgelegten Gebiet anders darstellen als drei Straßen weiter. Ob Deine Adresse dazugehört, entscheidet die amtliche Gebietsabgrenzung, nicht der Stadtteilname im Sprachgebrauch. Mehr dazu auf der Seite zur Wirtschaftlichkeit.
72.861 Wohngebäude, so viel Geschosswohnungsbau wie nirgends sonst in der Region
Zum 31.12.2024 zählt die amtliche Statistik 42.312 Gebäude mit einer Wohnung, 5.232 mit zwei und 25.208 mit drei oder mehr. Nur 65,3 Prozent haben also ein oder zwei Wohnungen: der niedrigste Wert unter allen Orten, in denen wir beraten. Hier reden wir öfter mit Verwaltungen und Beiräten als mit einem einzelnen Eigentümer. Und der Beschluss über eine Maßnahme dauert länger als ihre Planung.
Fernwärme: 25 Prozent heute, 50 Prozent als Ziel für 2040
Die Zahl, mit der die Stadt selbst rechnet
Rund ein Viertel der Heizwärme, die Nürnberg aktuell braucht, liefert die Fernwärme. Bis 2040 könnte der Anteil bei der Hälfte liegen. Beide Werte stammen aus der städtischen Pressemitteilung zum Beschluss des Wärmeplans. Das Netz betreibt die N-ERGIE. Sie verdichtet es entlang bestehender Trassen.
Vier benannte Ausbaugebiete
Friedrich-Ebert-Platz Ost mit Meuschelstraße Süd, Nordostpark, Züricher Straße und die Zuleitung Wetzendorf sind bereits definiert, teils in Umsetzung. Jedes Jahr sollen weitere hinzukommen. Den höchsten Wärmeverbrauch hat das Stadtzentrum mit seinen dichten, teils denkmalgeschützten Geschossbauten. Dort wird verdichtet und erweitert.
Kein Anschluss- und Benutzungszwang
Der Wärmeplan sieht keinen vor. Die Stadt begründet das mit der Wahlfreiheit der Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehört die Wahl der Heizung. Umgekehrt gilt aber auch: Aus dem Plan folgt kein Anspruch. Die Stadt schreibt selbst, ein Anschluss könne aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen scheitern. Das hängt am Wärmebedarf, an der Nähe zum vorhandenen Netz und an dessen freien Kapazitäten.
Wasserstoff bleibt der Industrie vorbehalten
Ein Wasserstoffnetz für Endkunden hat die Wärmeplanung als nicht wirtschaftlich bewertet, und deshalb als nicht sinnvoll. Wasserstoff soll den industriellen Kernen dienen. Wer auf H2 im eigenen Hausanschluss hofft, plant an dieser Stadt vorbei.
Und wo Wärmepumpen nicht passen
Die Planung hat auch ermittelt, wo eine Wärmepumpe nicht sinnvoll ist. Genannt werden Platzmangel, Emissionsgründe und unzureichende Gebäudeeigenschaften. Das ist die ehrlichste Zeile des Plans. Und der Grund, warum wir vor der Geräteauswahl zuerst das Gebäude ansehen.
Netzbetreiber in Nürnberg
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N-ERGIE Netz GmbH
Verteilnetzgesellschaft der N-ERGIE Aktiengesellschaft, Sandreuthstr. 21, 90441 Nürnberg; Stromverteilnetz. Zur Zuständigkeit für das Gasverteilnetz im Stadtgebiet liegt uns keine belastbare Quelle vor. Deshalb sagen wir dazu nichts
Marktdaten mit Stand Januar 2025, seitdem nicht aktualisiert.
Was sich seit dem 29.07.2026 geändert hat und was nicht
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Der Stichtag 01.07.2026
Keine andere Kommune der Region ist so konkret geworden. Nürnberg hat öffentlich datiert, ab wann das Gebäudeenergiegesetz in Verbindung mit dem kommunalen Wärmeplan gelten sollte. Das war die Rechtslage im Juni 2025, und die Stadt hat sie korrekt wiedergegeben.
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Warum dieser Stichtag heute ins Leere läuft
Am 23.07.2026 hat der Gesetzgeber das Gebäudeenergiegesetz geändert und in Gebäudemodernisierungsgesetz umbenannt (BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft seit dem 29.07.2026). Weggefallen sind § 71 mit der 65-Prozent-Anforderung und § 72 mit dem Betriebsverbot für alte Kessel. Auch die Übergangsregeln der §§ 71a bis 71l stehen nicht mehr im Gesetz: Sie waren es, die die Anforderung überhaupt erst an den Wärmeplan koppelten. Der Nürnberger Wärmeplan gilt unverändert weiter. Nur eben als Karte, nicht als Pflichtenheft. Was von den Pflichten geblieben ist, steht auf der Seite zu den gesetzlichen Pflichten.
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Kein kommunaler Zuschuss für energetische Sanierung
Die städtische Förderübersicht führt zwei Programme mit Gebäude- oder Grundstücksbezug. „Der geschenkte Baum" zahlt bis zu 750 Euro für Baumpflanzungen. „Mehr Grün für Nürnberg" fördert private Dach-, Fassaden-, Freiflächen- und Hofbegrünungen in den Stadterneuerungsgebieten. Für Dämmung, Heizungstausch und Anlagentechnik verweist die Stadt ausdrücklich auf die Bundesförderung. Das ist keine Lücke, sondern eine Entscheidung. Sie verlagert das ganze Gespräch auf BEG, KfW und BAFA. Wie die Reihenfolge dort läuft, steht auf der Seite zur Förderberatung.
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Zwei kostenfreie Angebote der Stadt
Die SAMS-Beratung ist eine kostenfreie Einstiegsberatung zur energetischen Sanierung. Angesetzt ist sie auf eine halbe bis dreiviertel Stunde. Das EnergieSparProjekt arbeitet mit einem rund zweistündigen Hausbesuch. Es richtet sich ausdrücklich an Empfangende von Sozialleistungen und Geringverdienende. Antragstellung und Nachweise gegenüber KfW oder BAFA deckt keines der beiden ab.
Anlaufstellen in Nürnberg
Örtliche Programme und Ansprechpartner, zusätzlich zu den Landesmitteln.
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Kein kommunales Zuschussprogramm für energetische Sanierung
Ein eigenes Programm der Stadt Nürnberg für Dämmung, Heizungstausch oder Anlagentechnik war am 11.08.2026 nicht auffindbar. Für diese Maßnahmen verweist die städtische Förderübersicht auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude und auf Programme der Nationalen Klimaschutzinitiative.
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„Der geschenkte Baum" und „Mehr Grün für Nürnberg"
Baumpflanzungen in privaten Gärten fördert die Stadt mit bis zu 750 Euro. Dazu kommt die Begrünung von Dach, Fassade, Freifläche und Hof in den Stadterneuerungsgebieten. Beides sind Begrünungsprogramme ohne energetischen Fördergegenstand. Die Fördersätze für „Mehr Grün für Nürnberg" sind nicht ausgewiesen und werden hier deshalb nicht beziffert.
Unsere Leistungen für Nürnberg
- Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
- Förderberatung und Antragstellung
- Heizungstausch und Heizungsförderung
- Wärmepumpe
- Heizlast und hydraulischer Abgleich
- Dämmung der Gebäudehülle
- Fenster- und Türentausch
- Energieausweis
- Fachplanung und Baubegleitung
- Gesetzliche Pflichten für Eigentümer
- Wirtschaftlichkeit der Sanierung
- Lüftungstechnik
- Blower Door Test
- Wärmebrückenberechnung
- Denkmalsanierung
- Steuerbescheinigung nach § 35c EStG
- Lebenszyklusbetrachtung
Fragen zur Energieberatung in Nürnberg
Gilt in Nürnberg seit dem 01.07.2026 die 65-Prozent-Regel?
Nein. Das Datum stammt aus der Zeit vor der Gesetzesänderung. Seit dem 29.07.2026 heißt das Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz. § 71 mit der 65-Prozent-Anforderung ist weggefallen. Auch die §§ 71a bis 71l, die diese Anforderung an den Wärmeplan knüpften, stehen nicht mehr im Gesetz. Wer Dir heute noch mit dem Stichtag Druck macht, arbeitet mit einer Rechtslage von gestern.
Was bringt mir der Wärmeplan dann überhaupt?
Planungssicherheit. Er legt nach Darstellung der Stadt für jeden Bau-Block fest, wann und ob Fernwärme dort eine Rolle spielen wird. In den dezentralen Gebieten kümmern sich Eigentümer bis etwa 2040 selbst um eine Versorgung weitgehend aus erneuerbaren Energien. Für Dich heißt das: Der Plan sagt nicht, was Du musst. Er sagt, worauf Du warten kannst und worauf nicht.
Mein Haus liegt in einem Stadterneuerungsgebiet. Nehme ich die Abschreibung oder den Zuschuss?
Eines von beidem, nicht beides. § 35c Absatz 3 EStG schließt die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen aus, sobald für dieselbe Maßnahme steuerfreie Zuschüsse oder zinsverbilligte Darlehen fließen. Auch neben § 10f und § 35a EStG geht sie nicht. Welcher Weg günstiger ist, hängt an Deiner Steuerlast und an der Höhe des Zuschusses. Das rechnen wir vor dem Antrag durch, nicht danach.
Kann ich mich darauf verlassen, dass mein Haus Fernwärme bekommt?
Nein. Es gibt keinen Anschluss- und Benutzungszwang, und damit auch keine Anschlussgarantie. Die Stadt selbst schreibt, dass ein Anschluss aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen scheitern kann. Solange Deine Straße nicht in einem der vier benannten Ausbaugebiete liegt, planen wir die Alternative parallel.
Gibt es städtische Zuschüsse für die Wärmepumpe?
Nicht in Nürnberg. Gerechnet wird mit der Bundesförderung: 30 Prozent Grundzuschuss für Anlagen zur Wärmeerzeugung nach der BEG-EM-Richtlinie vom 17.07.2026. Ersetzt Du als Selbstnutzer eine funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder Gasetagenheizung, kommen bei Antragstellung bis zum 31.01.2027 noch 16 Prozentpunkte Klimageschwindigkeits-Bonus dazu. Danach sinkt die Staffel halbjährlich. Gedeckelt ist der Gesamtfördersatz bei 70 Prozent. Bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro sind es 80 Prozent.
Wir verwalten mehrere Objekte in der Weststadt. Wie fangen wir an?
Objektweise, nicht portfolioweit. Pro Gebäude hängt die Antwort an drei Dingen: Liegt es im förmlich festgelegten Gebiet? Liegt es an einer Ausbautrasse der Fernwärme? Und wie viele Wohneinheiten hat es? Die dritte Frage entscheidet über die Förderdeckel, die erste über den steuerlichen Weg.
Beratung in Nürnberg
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