KI-erzeugtes Motiv Dichter gedämmt, aber wer lüftet jetzt?
Nach Fenstertausch oder Dämmung fehlen die Ritzen, über die Dein Altbau bisher gelüftet hat. Die Feuchte aus Duschen und Kochen bleibt trotzdem im Haus. Wir rechnen, ob und welche Lüftungslösung Dein Gebäude jetzt braucht.
- Fenster-, Dach- oder Fassadenfläche, ab der ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Pflicht wird
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- realer Wärmerückgewinnungsgrad guter Anlagen im Betrieb, nicht der Prospektwert
- 80 bis 84 %
- BEG-EM-Zuschuss für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Stand August 2026
- bis 20 %
Warum das Lüftungskonzept so oft erst nach dem Schaden auftaucht
Ein Lüftungskonzept kostet vor der Sanierung wenig und nach einem Schimmelbefall sehr viel. Trotzdem gehört es bei den meisten Sanierungen zu den Punkten, die zuerst gestrichen werden. Drei Situationen sehen wir immer wieder.
Die Fenster sind neu, das Konzept fehlt
Werden mehr als ein Drittel der Fensterfläche, der Dachfläche oder der Fassadenfläche eines Gebäudes erneuert, ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Pflicht. Viele Fensterbaubetriebe liefern und montieren, ohne diese Schwelle zu prüfen. Der Bauherr merkt es erst, wenn im ersten Winter die Fensterlaibungen anlaufen.
Die Dämmung wirkt, die Feuchte bleibt
Nach der Dämmung von Dach, Fassade oder oberster Geschossdecke ist die Gebäudehülle dichter. Weniger Wärmeverlust bedeutet auch weniger unkontrollierten Luftaustausch. Die Feuchte aus Duschen, Kochen und Atmen wandert nicht mehr von allein hinaus. Ohne Konzept sammelt sie sich an der kältesten verbliebenen Stelle.
Die Anlage passt nicht zum Haus
Eine zentrale Lüftungsanlage mit Kanalnetz in einem Bestandsbau ohne abgehängte Decken zu verlegen, reißt Wände auf, die eigentlich fertig saniert waren. Umgekehrt bleibt eine einzelne dezentrale Einheit im Bad wirkungslos, wenn die Feuchtelast im ganzen Haus entsteht. Die Wahl der Anlage folgt dem Gebäude, nicht dem Prospekt.
Erst das Konzept, dann die Anlage
Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist keine Werbebroschüre für ein bestimmtes Gerät. Es ist eine Berechnung: wie viel Luft muss raus, wie viel muss rein, und mit welchem Mittel schaffst Du das an Deinem konkreten Gebäude.
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Die Berechnung nach DIN 1946-6
Grundlage sind die Wohnfläche, die Raumaufteilung, die Feuchtequellen und der bauliche Zustand. Daraus ergibt sich der notwendige Luftvolumenstrom je Lüftungsstufe. Erst danach steht fest, ob Fensterlüftung nach Plan reicht oder eine ventilatorgestützte Anlage nötig wird. Die Norm regelt ausdrücklich nur den überschlägigen Nachweis, keine Anlagenmarke.
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Vier Lüftungsstufen, ein Ziel: Bauschutz zuerst
Die Feuchteschutzlüftung muss rund um die Uhr sichergestellt sein, unabhängig davon, ob jemand zu Hause ist. Die reduzierte Lüftung greift bei zeitweiser Abwesenheit, die Nennlüftung im normalen Alltag mit Bewohnern im Haus, die Intensivlüftung bei kurzfristigen Spitzen wie Duschen oder einer größeren Feier. Freie Lösungen wie Fensterfalzlüfter werden auf Feuchteschutz oder reduzierte Lüftung ausgelegt, ventilatorgestützte Anlagen mindestens auf Nennlüftung.
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Zentrale Anlage: ein Gerät für das ganze Haus
Ein zentrales Gerät mit Wärmetauscher versorgt über ein Kanalnetz alle Räume. Zuluft in Wohn- und Schlafräume, Abluft aus Bad, WC und Küche. Der Wirkungsgrad ist hoch, weil ein einziger, gut dimensionierter Wärmetauscher arbeitet. Der Aufwand liegt im Kanalnetz. Am wirtschaftlichsten bei Neubau, Dachgeschossausbau oder einer Sanierung, bei der ohnehin Decken und Wände offen liegen.
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Dezentrale Anlage: Einzelgeräte ohne Kanalnetz
Dezentrale Geräte sitzen einzeln in der Außenwand jedes Raums, meist paarweise im Wechseltakt für Zu- und Abluft. Kein Kanalnetz, kein Eingriff in die Decke, Einbau in wenigen Stunden je Gerät. Der Wärmerückgewinnungsgrad einzelner Geräte liegt oft niedriger als bei einer guten Zentralanlage, dafür lässt sich raumweise nachrüsten, ohne die gesamte Wohnung aufzureißen. Die richtige Wahl bei Bestandssanierungen ohne Deckenöffnung.
So entsteht Dein Lüftungskonzept
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1. Prüfung der Auslöseschwelle
Wir klären, wie viel Fenster, Dach oder Fassadenfläche erneuert wird oder wurde. Liegt der Wert über einem Drittel, ist das Konzept nach DIN 1946-6 Pflicht, keine Kür.
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2. Aufnahme des Gebäudes
Grundriss, Raumnutzung, vorhandene Fenster und Lüftungsöffnungen, Feuchtequellen wie Bäder und Küchen, sowie der geplante oder bereits erreichte Sanierungsstand.
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3. Berechnung je Lüftungsstufe
Wir ermitteln den notwendigen Luftvolumenstrom für Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung und Intensivlüftung, und prüfen, ob freie Lösungen ausreichen oder eine Anlage nötig wird.
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4. Entscheidung zentral, dezentral oder Einzelmaßnahme
Passt eine Kanalanlage in den Bauzustand, oder sprechen Deckenhöhe und Bauablauf für dezentrale Geräte? Wir ordnen das Ergebnis der Berechnung einer konkreten, umsetzbaren Lösung zu.
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5. Dokumentation und Übergabe
Du erhältst das Lüftungskonzept als Nachweis für Bauantrag, Handwerker und Fördermittelgeber, dazu eine Einordnung, was davon förderfähig ist.
Klingt nach Deinem Projekt? Dann sprich mit uns über Dein Haus.
Was Du zur Lüftungstechnik wissen musst
Die Technik ist weniger das Problem als die Erwartungshaltung. Wer weiß, was eine Anlage wirklich leistet und wer im Schadensfall geradesteht, kauft gezielter ein.
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Auslöser
Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist bei Neubauten immer Pflicht, bei Bestandsgebäuden dann, wenn mehr als ein Drittel der Fenster, der Dachfläche oder der Fassade erneuert wird. Die Schwelle bezieht sich auf die Fläche der jeweiligen Maßnahme, nicht auf das ganze Gebäude auf einmal.
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Wirkungsgrad
Hersteller nennen Wärmerückgewinnungsgrade von bis zu 90 bis 94 Prozent, gemessen unter Laborbedingungen mit sauberen Filtern und optimalem Volumenstrom. Im echten Betrieb, mit Außentemperaturschwankungen, Verschmutzung und realer Einregulierung, liegen gute Anlagen bei rund 80 bis 84 Prozent. Rechne mit dem realen Wert, nicht mit dem Prospektwert.
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Förderung
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, zuständig ist das BAFA. Voraussetzung ist unter anderem ein Wärmebereitstellungsgrad von mindestens 75 Prozent. Grundzuschuss und Bonus sind an feste Kostengrenzen geknüpft, siehe Förderberatung.
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Haftung
Verantwortlich für das Lüftungskonzept ist der Bauherr, er darf die Erstellung an einen Fachplaner, einen Energieberater oder den ausführenden Betrieb übergeben. Fehlt ein notwendiges Konzept oder ist es fehlerhaft und es entsteht später Schimmel, ist im Streitfall entscheidend, wer die Prüfung und Beauftragung versäumt hat. Ein dokumentiertes Konzept ist der Nachweis, dass diese Pflicht erfüllt wurde.
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Betrieb
Eine Lüftungsanlage ersetzt kein Stoßlüften bei Bedarf, etwa nach dem Kochen mit starker Geruchsentwicklung. Filter müssen regelmäßig gewechselt werden, sonst sinkt der Wirkungsgrad spürbar und die Luftqualität verschlechtert sich, ohne dass es sofort auffällt.
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Kombination
Ein Lüftungskonzept lohnt sich am meisten zusammen geplant mit Fenstertausch oder Dämmung, nicht danach. Wird die Anlage erst nachgerüstet, sind Wanddurchbrüche oder Kanalführungen oft aufwendiger als bei gemeinsamer Planung.
Wärmerückgewinnung: Prospektwert gegen Betriebswert
Zwischen dem Wert auf dem Datenblatt und dem Wert an einem laufenden Gerät liegen mehrere Einflussfaktoren, die im Verkaufsgespräch selten zur Sprache kommen.
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Der Laborwert
Hersteller messen unter genormten Bedingungen: konstante Temperaturen, saubere Filter, optimal eingeregelter Volumenstrom. Werte von 90 bis 94 Prozent sind unter diesen Bedingungen real, im Alltag aber die Ausnahme.
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Der Betriebswert
Sobald Außentemperatur schwankt, der Volumenstrom für schnelleren Luftwechsel erhöht wird oder Filter mit der Zeit verschmutzen, sinkt der Wirkungsgrad. In der Praxis pendeln sich gute Anlagen bei 80 bis 84 Prozent ein.
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Was Du beeinflussen kannst
Regelmäßiger Filterwechsel, eine saubere Einregulierung nach dem Einbau und ein Volumenstrom, der zur tatsächlichen Nutzung passt statt dauerhaft auf Maximum zu laufen, halten den Wirkungsgrad näher am Bestwert.
Zentral oder dezentral: die Entscheidung im Detail
Beide Systemarten erfüllen dieselbe Norm, aber sie stellen unterschiedliche Anforderungen an Dein Gebäude und an den Bauablauf.
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Wann zentral sinnvoll ist
Bei Neubau, bei einer Kernsanierung mit offenen Decken oder wenn ohnehin ein Dachgeschossausbau ansteht. Ein zentrales Gerät mit gutem Wärmetauscher erreicht den höchsten realistischen Wirkungsgrad im Gesamthaus.
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Wann dezentral sinnvoll ist
Bei einer Sanierung im bewohnten Zustand, wenn Decken nicht geöffnet werden sollen oder wenn nur einzelne Räume, etwa nach einem Fenstertausch, akut betroffen sind. Der Einbau je Gerät dauert wenige Stunden statt Wochen.
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Was am Ende entscheidet
Nicht die Werbung, sondern die Berechnung nach DIN 1946-6, der bauliche Zustand und das, was Du dem Haus während der Sanierung ohnehin zumutest. Wir ordnen das im Lüftungskonzept ein, bevor eine Anlage bestellt wird.
Häufige Fragen
Wann ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Pflicht?
Bei Neubauten immer. Bei Bestandsgebäuden dann, wenn mehr als ein Drittel der Fensterfläche, der Dachfläche oder der Fassadenfläche erneuert wird. Die Schwelle bezieht sich auf die jeweils betroffene Fläche, nicht auf das gesamte Gebäude. Wer nur eine einzelne Fensterscheibe austauscht, löst die Pflicht in der Regel nicht aus, wer eine ganze Fensterfront erneuert, meistens schon.
Muss ich als Eigentümer das Lüftungskonzept selbst beauftragen?
Ja, die Verantwortung liegt beim Bauherrn beziehungsweise Eigentümer. Erstellen darf es ein Fachplaner, ein Energieberater oder der ausführende Handwerksbetrieb, oft im Rahmen des Fenstertauschs oder der Dämmarbeiten. Wichtig ist, dass es dokumentiert vorliegt und nicht nur mündlich zugesagt wurde.
Was sind die vier Lüftungsstufen nach DIN 1946-6?
Feuchteschutzlüftung sichert den Bauschutz rund um die Uhr, unabhängig von der Anwesenheit der Bewohner. Reduzierte Lüftung greift bei zeitweiser Abwesenheit. Nennlüftung deckt den normalen Alltag mit Bewohnern ab. Intensivlüftung fängt kurzfristige Spitzen ab, etwa beim Duschen oder Kochen. Freie Lösungen werden mindestens auf Feuchteschutz ausgelegt, Anlagen mit Ventilator mindestens auf Nennlüftung.
Wie viel Wärme gewinnt eine Lüftungsanlage tatsächlich zurück?
Prospektwerte von 90 Prozent und mehr gelten unter Laborbedingungen mit sauberen Filtern und optimalem Luftstrom. Im täglichen Betrieb, bei schwankenden Außentemperaturen und normaler Filterverschmutzung, liegen gute Anlagen eher bei 80 bis 84 Prozent. Plane mit dem realen Wert, sonst fällt die Heizkostenersparnis geringer aus als erwartet.
Zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage: was ist besser?
Keine der beiden ist grundsätzlich besser, sie passen zu unterschiedlichen Situationen. Eine zentrale Anlage mit Kanalnetz erreicht meist einen höheren Wirkungsgrad, braucht aber offene Decken oder Schächte, deshalb eignet sie sich besonders für Neubau oder Komplettsanierung. Dezentrale Einzelraumgeräte kommen ohne Kanalnetz aus und lassen sich raumweise nachrüsten, dafür liegt ihr Wirkungsgrad je Gerät oft niedriger.
Wird eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gefördert?
Ja, über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme, zuständig ist das BAFA. Voraussetzung ist unter anderem ein Wärmebereitstellungsgrad von mindestens 75 Prozent. Die genaue Höhe und die Kostengrenzen hängen vom Einzelfall ab, wir prüfen das im Erstgespräch.
Wer haftet, wenn nach der Sanierung Schimmel auftritt?
Das hängt vom Einzelfall ab. Wurde ein notwendiges Lüftungskonzept nicht erstellt oder nicht eingefordert, gerät derjenige in Erklärungsnot, der dafür zuständig gewesen wäre, das kann der Bauherr selbst sein oder der ausführende Betrieb, je nachdem, wer die Prüfung versäumt hat. Ein dokumentiertes, fachgerecht erstelltes Konzept ist im Streitfall der beste Nachweis, dass die Pflicht erfüllt wurde.
Reicht nach dem Fenstertausch normales Fensterlüften?
Manchmal, aber nicht automatisch. Ob Fensterlüftung nach einem festen Zeitplan ausreicht oder eine ventilatorgestützte Anlage nötig wird, ergibt sich erst aus der Berechnung nach DIN 1946-6. Wer das ungeprüft annimmt, riskiert genau die Feuchteschäden, die das Konzept eigentlich verhindern soll.
Erst rechnen, dann Anlage bestellen
Schick uns Baujahr, geplante oder bereits ausgeführte Maßnahmen an Fenstern, Dach oder Fassade und die Raumaufteilung. Wir sagen Dir, ob ein Lüftungskonzept bei Dir Pflicht wird, welche Anlage zu Deinem Gebäude passt und was davon förderfähig ist.
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